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Aktuelle Projekte

Erzieher*innen im Homeoffice: Kontakt halten – Sprachentwicklung fördern – Medienkompetenz entwickeln

Als Kita-Erzieher*in im Homeoffice arbeiten, also von zu Hause aus – wie kann das funktionieren? Nur wenige Berufsfelder sind so stark auf den direkten Kontakt angewiesen wie Menschen, die im Bereich der frühkindlichen Bildung als Erzieher*innen in Kitas tätig sind.

Doch das Projekt "Erzieher*innen im Homeoffice" unseres Evangelischen Kirchenkreisverbands für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord (EvKvBMN) hat schon nach wenigen Monaten Laufzeit bewiesen, dass aktive Mitarbeit von Erzieher*innen auch von zu Hause aus möglich und für alle Beteiligten bereichernd und sinnvoll sein kann: Mithilfe des eigens dafür aufgelegten Programms konnten und können Fachkräfte im Homeoffice regelmäßig Kontakt zu Kita-Kindern zu Hause oder in der Einrichtung halten, die sprachliche Bildung der Kinder unterstützen, Medienkompetenz fördern und an Feedback- und Fortbildungsveranstaltungen online teilnehmen.

Erzieherin Katja: "Ich fühle mich sehr wertgeschätzt. Durch das Projekt habt Ihr Menschen wie mich, die Technik eigentlich überhaupt nicht mögen, an den Computer gebracht. Einen riesengroßen Dank an Euch!"

Mit Beginn des eingeschränkten Regelbetriebs nach dem ersten Lockdown im Mai 2020 wurde klar, dass nicht alle Fachkräfte wieder in die unmittelbare pädagogische Arbeit gehen konnten. Das betraf vor allem Mitarbeitende mit attestierten Vorerkrankungen oder älter als 60 Jahre. Kathrin Janert, Vorständin unseres Kita-Verbandes, entwickelte daraufhin die Idee, dass diese Fachkräfte per Video Kontakt mit Kindern in der Kita oder zu Hause halten könnten − mit den Zielen, die pädagogische Arbeit zu unterstützen und sowohl einen Beitrag zur Medienkompetenz als auch zur sprachlichen Bildung zu leisten. In einem von Fachberaterinnen des Trägers, der Fachberatung für Sprache und der Referentin für Qualitätsentwicklung vorgelegten Konzept wurden diese Ideen skizziert und die nächsten Schritte geplant.

Aus einem Schreiben des Vorstands an die Mitarbeitenden im Homeoffice: "Eure beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen werden dringend gebraucht. (…) Es ist wichtig für die Kinder, dass Ihr regelmäßig und verbindlich mit ihnen in Kontakt seid."

Um auch die technischen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen, besorgte der Kita-Verband Tablets, ließ sie durch den hauseigenen IT-Service einrichten und schulte die Erzieher*innen mehrfach online in der Nutzung der Programme TEAMS und weiterer Office-Anwendungen. Außerdem bekamen die Erzieher*innen detaillierte Vorschläge und Anregungen für die Gespräche mit den Kindern an die Hand – hier ein Auszug: "Beginnt Eure Videokonferenz mit einem kleinen Check-in. Begrüßt jedes Kind einzeln und lasst es kurz erzählen: Wie geht es dir? Was ist gerade los?" Info-Schreiben, in denen das Projekt vorgestellt wurde, gingen an die Kita-Leitungen und die Eltern. Datenschutzrichtlinien wurden hierbei selbstverständlich berücksichtigt.

Mitte Juli 2020 starteten dann die ersten Videotreffen von Kindern mit den Erzieher*innen im Homeoffice. "Ich war ganz schön aufgeregt beim ersten Mal", sagt Erzieherin Gerlinde in einer Online-Feedback-Runde. Doch die Aufregung habe sich schnell gelegt. Ihre Kollegin Silke berichtete, dass sie mit einem Handpuppen-Hund, den die Kinder aus der Kita kannten, die Gespräche mit den Kindern leicht einleiten konnte. Zu den Leitlinien des Projektes gehörten auch ganz praktische Hinweise: dass die Gespräche nicht länger als 20 Minuten dauern sollten, dass die Kinder zu Hause und auch in der Kita dafür einen ruhigen Raum brauchen. Beim Kontakt zu den Kindern zu Hause vereinbaren Erzieher*in und Eltern dafür einen verbindlichen Zeitpunkt, zu dem das Kind ungestört ist und die Eltern, falls nötig, technische Hilfestellungen geben können.

Erzieherin Maria in der ersten Feedback-Runde: "Was mich erstaunt hat: Die sonst sehr zurückhaltende Fünfjährige hat geplappert ohne Ende."

Seitdem tauschen sich die Fachkräfte in regelmäßigen Online-Treffen untereinander aus und ermitteln Bedarf zusätzlichen Wissens, etwa zu den Themen sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit. Über die Chatgruppen laden die Fachberatungen Materialien, Literatur und Tipps für digitale Fortbildungen hoch, die die Erzieher*innen im Homeoffice nutzen können. Insbesondere die Sprachförderung wird durch entsprechende Auswertungsbögen und Materialen vertieft. Die Fachkräfte arbeiten weiter mit dem Sprachlerntagebuch.

Bei einem Arbeitsgruppentreffen Mitte November mit allen Fachkräften im Homeoffice lag der Schwerpunkt auf Fortbildung zu sprachanregenden Dialogen und damit verbundener Didaktik – mit dem Auftrag an die Fachkräfte, diese Methode in ihren Videokontakten mit den Kindern auszuprobieren und erneut Videosequenzen vorzustellen.

Erzieherin Silke: "Auch von zu Hause aus unterstütze ich die Kita durch Zuarbeit und Mitarbeit. Mir geht es viel besser, seit ich regelmäßigen Kontakt mit Kolleginnen und Fachberaterinnen habe. Danke Euch dafür."

Das Projekt wird fortgesetzt.

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